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Besiedlung des heutigen Mecklenburg-Vorpommern

Funde aus der ur- und frühgeschichtlichen Zeit belegen, dass sich schon in der Altsteinzeit Menschen an den Ufern der Seen und Flüsse aufhielten. Spärliche Belege aus der Zeit zwischen 10.000 und 8.000 vor Christus sind Zeugen, dass die Menschen zu der Zeit von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln von pflanzlicher Nahrung lebten. Der Übergang zu Ackerbau und Viehhaltung wird um 3.000 vor Christus datiert. Mit der neuen Produktionsform wurde auch der Bau von festen Wohnunterkünften notwendig. Es entwickelten sich dörfliche Siedlungen.

Viele Dolmen- und Hünengräber aus der Zeit sind wahre „Goldgruben“ des Wissens für Historiker. Anhand der Funde ist nachvollziehbar, dass das Leben nach dem Tod in der damaligen Religion bereits eine Rolle spielte. Auch beigefügte Werkzeuge, Schmuckgegenstände und Gefäße lassen Rückschlüsse auf das Leben und die Arbeit der Siedler zu. Mit der Metallbearbeitung setzte eine stärkere soziale Differenzierung ein. Befestigte Burgan-lagen entstanden. Doch mit dem Ende der Bronzezeit gab es im heutigen mecklenburgischen Gebiet eine Veränderung der Witterung. Wegen der Kälte und Feuchtigkeit verließen die germanischen Stämme das Gebiet und siedelten sich in anderen Gebieten neu an.

Steinbohrer im Museum Verchen

Ab dem 6. Jahrhundert wanderten slawische Siedler aus den Gegenden der Weichsel, des Dnjepr und der Karpaten in die dünn besiedelten Gebiete der pommerschen Flussebenen und der Ostseeküste. Der Waldreichtum und die feuchten Niederungen boten den Stämmen genügend Schutz vor Angriffen. Die Siedlungen wurden durch Wälle und Palisaden vor Feinden geschützt. In dem von uns beschriebenen Gebiet der Peene siedelten die Ranen und Wilzen, die später unter dem Namen Lutizen geläufig wurden. Noch heute lassen sich in der Landschaft einige der Burgen ausmachen. Eine besonders gut erhaltene Siedlung findet man im Tutower Wald, den Hexenberg und den Wallberg, zwei runde Wälle, von denen der eine als Siedlung gedient haben soll und der andere als Ferch für das Vieh.

Ab dem 6. Jahrhundert wanderten slawische Siedler aus den Gegenden der Weichsel, des Dnjepr und der Karpaten in die dünn besiedelten Gebiete der pommerschen Flussebenen und der Ostseeküste. Der Waldreichtum und die feuchten
Niederungen boten den Stämmen genügend Schutz vor Angriffen. Die Siedlungen wurden durch Wälle und Palisaden vor Feinden geschützt. In dem von uns beschriebenen Gebiet der Peene siedelten die Ranen und Wilzen, die später unter dem Namen Lutizen geläufig wurden. Noch heute lassen sich in der Landschaft einige der Burgen ausmachen. Eine besonders gut erhaltene Siedlung findet man im Tutower Wald, den Hexenberg und den Wallberg, zwei runde Wälle, von denen der eine als Siedlung gedient haben soll und der andere als Ferch für das Vieh.

Slawen begründeten ihre Religion in der Natur. Den Phänomenen des Himmels wurden wirkliche Wesen angedichtet, die mit Denken und Empfinden ausgestattet waren. Einige dieser Wesen wirkten wohltätig, andere zerstörend. Doch das sollte sich durch das Christentum bald ändern. Im 13. Jahrhundert eroberten Deutsche die slawischen Gebiete um die Peene. Sie kamen aus den heutigen niedersächsischen, westfälischen und niederländischen Landen. Die neuen Siedlungen wurden neben den bereits existierenden slawischen Dörfern angelegt.

Hexenberg – slawische Siedlung bei Tutow

Ein Flächendenkmal besonderer Bedeutung an der Peene ist der Seehandelsplatz Menzlin bei Anklam. Hier lassen sich
Belege dafür finden, dass Slawen und Wikinger einträchtig miteinander lebten. Der Seehandelsplatz Menzlin bestand vom 8. bis zum 10. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lag die Siedlung direkt an der „via regia“ - der Königsstraße. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1965/69 wurden 8 Gräber in symbolischer Schiffsform - einer traditionellen skandinavischen Bestattungsform - und elf kreisförmige Steinsetzungen freigelegt. Im südlichen Ostseeraum ist diese Fundstätte einmalig. Den Hafen erreichten die Händler über einen übersandeten Steindamm, der mit Flechtwerk gesichert war. Dieser, für damalige Zeiten neuartige Straßendamm, gilt als älteste noch erhaltene Straße Mecklenburg- Vorpommerns.

Slawen begründeten ihre Religion in der Natur. Den Phänomenen des Himmels wurden wirkliche Wesen angedichtet, die mit Denken und Empfinden ausgestattet waren. Einige dieser Wesen wirkten wohltätig, andere zerstörend. Doch das sollte sich durch das Christentum bald ändern. Im 13. Jahrhundert eroberten Deutsche die slawischen Gebiete um die Peene. Sie kamen aus den heutigen niedersächsischen, westfälischen und nieder-
ländischen Landen. Die neuen Siedlungen wurden neben den bereits existierenden slawischen Dörfern angelegt.

[Letzte Änderung: 05.06.2008 ]

Die Christianisierung der Heiden

Die in Pommern siedelnden Slawen wurden im 12. Jahrhundert zum Christentum bekehrt. Ihr zuvor heidnischer Glaube, der sich in der Natur begründete und in
Himmelsphänomenen reale Wesen sah, war dem Untergang geweiht. Doch wurden im Christentum besondere Festtage und Tage christlicher Bedeutung oftmals auf Feier-tage des heidnischen Glaubens gelegt, so dass ein Bedeutungswandel nicht so abrupt vonstatten ging. Bereits 1124 hatte Bischof Otto von Bamberg auf seiner ersten Missionsreise das Wort Gottes verkündet. Er taufte 22.000 Pommern und baute
11 Kirchen, die er mit Geistlichen aus seinem Gefolge besetzte, so berichten seine Biografen. Doch der tief verwurzelte heidnische Glaube war zu stark, um dem deutschen Gott Raum zu schenken. So begab Bischof Otto von Bamberg sich 1128 auf seine zweite Missionsreise, um die „Abgefallenen“ wieder zu gewinnen. Sein Weg führte über Merseburg, Magdeburg, Havelberg und Demmin nach Usedom. Er predigte den Pommern das Evangelium. Weitere christliche Kirchen wurden gebaut. Bereits in Demmin traf er sich mit dem Pommernherzog Wartislaw I. Dieser ließ einen Landtag in Usedom einberufen. Nach harten Debatten um das Für und Wider des neuen Glaubens und um das Seelenheil wurde auf diesem Landtag am 10. Juni 1228 beschlossen, den christlichen Glauben anzunehmen. 1140 wurde das pommersche Bistum gegründet.

 

Die Ermordung von Wartislaw I.

Wartislaw I. setzte sich unermüdlich für die Christianisierung der Pommern ein. Er wurde der erste christliche Herzog Pommerns. Dem Volksmund nach wurde der zum Christentum übergetretene Herzog aus dem Greifengeschlecht von einem Wenden 1136 bei Stolpe ermordet. Es gibt aber auch Vermutungen, die das Jahr 1147/48 nennen, so dass er wahrscheinlich noch den Wendenkreuzzug erlebt hat. Er wurde zum Märtyrer. Ihm zu Ehren wurde von seinen Söhnen die Kirche in Stolpe erbaut. Am Abzweig nach Grüttow zwischen Stolpe und Gützkow wurde in Gedenken an ihn der Wartislawstein aufgestellt. Das Kreuz symbolisiert das Christentum, das Horn die slawische Führungsschicht. Die heutige Kirche Stolpes, die Wartislaw-Kirche, ist erst 1893 erbaut worden und ist dem Baustil nach keine typische Dorfkirche. Sie ist eher einem Dom nachem-pfunden und besonders sehenswert.

Klosterkirche Stolpe

 

Das Kloster zu Stolpe

1153 wurde das erste Benediktiner-Kloster durch den pommerschen Bischof Adelbert und Herzog Ratibor I. in Stolpe gegründet. Die herbeigerufenen Benediktinermönche aus Magdeburg hatten Erfahrungen in der Missionsarbeit und sollten die Chistianisierung mit friedlichen Mitteln fortsetzen. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Klosters. 1304 ging das Kloster Stolpe an den Zisterzienserorden über.Umfangreiche Baumaßnahmen am Kloster wurden durchgeführt.
1534 wurde per Landtagsbeschluss die Reformation eingeführt. Das Kloster hatte bis 1637 Bestand. Im Dreißigjährigen Krieg brannte es fast bis auf die Grundmauern nieder. Einige Gebäudeabschnitte des Klosters wurden noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts genutzt. Ein Großteil der Steine aus der Klosteranlage ist zum Aufbau des Dorfes verwendet worden. Heute wird die Klosterruine, in deren Inneren noch immer die Spuren des Brandes zu sehen sind, durch ein großes Segel vor dem Verfall geschützt.