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Naturerlebnis Peene

Das Peenetal, das vor ca. 10.000 Jahren während der letzten Phase der Weichsel-Eiszeit entstand, ist heute das größte zusammen-hängende Niedermoorgebiet Mitteleuropas. Eine Fluss-landschaft, die ihresgleichen sucht. Im Laufe der Jahrhunderte entstand hier eine mosaik-artig verzahnte Biotop-vielfalt, die für den Artenschutz größte Bedeutung hat.


Bedrohte wie auch seltene Pflanzen und Tiere finden hier Rückzugs- und Entfaltungsgebiete. Seit jeher waren die Menschen begeistert von der Schönheit dieser Landschaft. Hier kann man sie noch entdecken, die immer seltener werdenden Pflanzen und Tierarten. Schauen Sie
bewusst in die Natur, und die prächtigen Blüten der Orchideen werden Ihr Auge erfreuen. Auch Bachnelkenwurz, Sumpfdotterblume, Waldmeister, kriechender Günsel und Goldhahnenfuß finden Sie hier. Schmetterlinge, kaum von den Blüten der Knoblauchsranke zu unterscheiden, gibt es im Peenetal genauso wie den Fischotter, der gerade seine Mahlzeit verspeist, die er aufgrund des Fischreichtums in der Peene problemlos findet.

Mit etwas Glück zeigt sich der Biber, übrigens das größte Nagetier Europas. Er hat sich inzwischen zahlreich vermehrt, seitdem in den 1970er Jahren 23 Elbe-biber an der Peene bei Gützkow ausgesetzt wurden. Auch Graureiher können Sie in der Peenelandschaft beobachten. Sie sind keinesfalls ängstlich und bleiben sogar stehen, obwohl Menschen sich ihnen nähern. Manchmal wirken sie sogar ein bisschen frech.
Nicht selten sieht man den Seeadler, wenn er am Himmel seine Kreise zieht.

Die Kraniche, die Vögel des Glücks, ziehen regelmäßig im Frühjahr und im Herbst über das Land hinweg, machen hier ihre Rast, um dann zu ihren Brut- oder Winterquartieren weiterzufliegen. Ganz kleine Prachtexemplare seltener Libellen erblicken Sie am Ufer der Peene. Sie legen ihre Eier an Wasserpflanzen, wie
z. B. der Krebsschere, ab.

156 Brutvogelarten wurden an der Peene registriert, das sind 80 % der gesamten Brutvogelfauna Mecklenburg-Vorpommerns. Mit etwas Glück und Geduld sehen Sie Eisvögel, Bart- und Beutelmeisen oder auch den Moorfrosch in seinem blauen Hochzeitskleid. Um diese einmalige Fauna und Flora im Peenetal entdecken zu können, empfehlen wir Ihnen, mit dem Boot oder Kanu auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Stille, die Sie dann umgibt, wird Sie faszinieren. Und die Schönheit
dieser Landschaft wird sich Ihnen tief einprägen. KH

 

Gebietsbeschreibung

Im äußersten Nordosten Deutschlands, in Vorpommern, liegt das Großschutzgebiet „Peenetal-Landschaft“. Es umfasst eine Fläche von 45.000 Hektar. Die Peene erstreckt sich vom Kummerower See 104 Kilometer nordöstlich und mündet bei Anklam in den Peenestrom, welcher wiederum einen Teil des Mündungsdeltas der Oder bildet.

Die Peene schneidet sich tief in die nördlichen Lehmplatten der Grundmoränenlandschaft ein. Um den Kummerower See ent-springen die drei Quellflüsse der Peene: die Neukalener Peene, die wiederum durch die Teterower Peene gespeist wird, die Ostpeene, die ihren Zulauf von der Kittendorfer Peene erhält, und schließlich die Westpeene, die in den Malchiner See mündet und über den Peenekanal in nördlicher Richtung mit dem Kummerower See verbunden ist. Von dort fließt die Peene bei Aalbude in Richtung Demmin und weiter in Richtung Anklam.

Loitz aus der Luft

Der Peenestrom ist ein Teil des Achterwassers, das die westliche Küste der Insel Usedom umspült. Die Peene ist einer der letzten unverbauten Flüsse Deutschlands. Aufgrund der Artenvielfalt an Brutvögeln, von denen 40 auf der Roten Liste stehen, wurde das Peenetal zum internationalen Vogelschutzgebiet erklärt.

Besonders die „Neukalener Moorwiesen“, das „Gnevitzer Holz“, das „Schwingetal“ und die Peenewiesen bei Trantow“ und die „Gützkower Peenewiesen“, das „Peenetalmoor“ mit der Insel „Schadefähre“ und das „Anklamer Stadtbruch“ sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Kenner der Botanik finden hier seltene Pflanzen, unter anderem sind hier 12 Orchideenarten und andere Raritäten zu finden. Diese sieben Naturschutzgebiete erstrecken sich auf einer Fläche von 3.901 ha.

Die Peene bei Aalbude am Kummerower See

Den Schutzgebieten fehlt bisher jedoch eine gemeinsame Klammer, die den „Flickenteppich“ umschließt. Und die paradiesische Peene-Flusslandschaft sollte unter strengeren Schutz gestellt werden. Nicht nur Naturschutzverbände, auch die anliegenden
Kommunen haben das Problem längst erkannt. Bereits 1992 formierte sich das Naturschutzprojekt Peenetal-Landschaft, in das seither rund 40 Millionen Euro flossen. Weil diese Förderung aber Ende 2008 ausläuft, haben sich die Landkreise Demmin und Ostvorpommern sowie die fünf beteiligten Städte dafür ausgesprochen, das Flusstal ab 2009 als Naturpark auszuweisen.
Ein Naturpark gewährleistet einen umfassenderen Schutz als Naturschutzgebiete und hat zudem - allein vom Namen - einen touristischen Werbeeffekt. Um den Status des Peenetals wurde lange gerungen. Naturschützer hatten die Einrichtung eines strenger geschützten und deutlich teureren Nationalparks mit mehr Personal gefordert.

[Letzte Änderung: 05.06.2008 ]