Mühlen – Zeitzeugen der GeschichteMühlen prägen auch heute noch die Landschafts Mecklenburg-Vorpommerns. Zunächst wurden die Mühlen durch Wasserkraft angetrieben, später durch Wind. Weit über 1000 sollen es einstmals gewesen sein. Gut 100 Mühlen haben bis in unsere Tage überdauert
- wenn auch in unterschiedlichem baulichen Zustand. Oftmals deuten heute Straßennamen auf die einstigen Mühlen hin. Müller und Mühlen spielten in der Volkskultur von jeher eine besondere Rolle. In früherer Zeit galt die Mühle vor allem als ein Ort dämonischer Umtriebe. Viele Märchen und Sagen ranken sich deshalb um die Mühlen und die Müllersleute.
 
Die Mühle in Neukalen (links) und Greifswald Vielerorts haben sich Vereine gegründet, um die Mühlen wieder aufzubauen und als technische Denkmale für nachfolgende Generationen zu bewahren. In dem von uns beschriebenen Gebiet sind noch viele dieser faszinierenden Bauwerke vorhanden.
Die Verchener Mühle ist leider dem Verfall preisgegeben, obwohl sie von einem Privatinvestor gekauft wurde. Die heute noch erhaltene Mühle in Neukalen ist 1866 auf dem Platz erbaut worden, wo einst eine Bockwindmühle ihren Dienst versah.
In Demmin und Gnoien sind in den historischen Gebäuden Restaurants eingerichtet worden. Andere wiederum werden sogar als Wohnhaus benutzt. In Greifswald wurde mit viel Liebe zum Detail die historische Bockwindmühle wieder komplett aufgebaut.
In Pudagla auf der Insel Usedom kann heute ein Blick in das Innenleben einer Bockwindmühle geworfen werden. 1997 wurde die Mühle an einem einzigen Tag demontiert, um dann nach Rahden in eine Werkstatt gebracht zu werden. Bereits ½ Jahr später wurde die Bockwindmühle Pudagla wieder aufgebaut. Als technisches Denkmal leistet sie heute ihre Dienste, um die Geschichte des Müllerhandwerks zu bewahren. Übrigens war die Pudaglaer Mühle bereits in der schwedischen Matrikelkarte 1693 an ihrem heutigen Standort vermerkt. Einen schriftlichen Nachweis erhält man allerdings erst 1752 in der Ortschronik.

| In Benz auf Usedom wurde in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts eine Erdholländermühle gebaut. Wir haben ihren Erhalt heute dem Usedomer Maler Otto Niemeyer-Holstein zu verdanken, der die Mühle 1972 von dem Geld des DDR-Nationalpreises kaufte. Sie war fortan Begegnungsstätte von Künstlern und Kunstinteressierten und wird heute in diesem Sinn vom Verein „Kulturmühle Benz“ weiterbetrieben.
Auch in Altkalen wurde eine Sockelgeschossholländermühle vor dem Verfall gerettet. 1913 wurde die durch einen Blitzschlag abgebrannte Mühle durch eine Abbruchmühle aus Wittenförde bei Schwerin ersetzt. Acht Jahre später wurde
sie bereits durch eine Dampfmaschine
betrieben. Elektroenergie wurde ab 1923 als Antrieb genutzt. Nach umfangreicher
Restaurierung ist die Mühle seit 2005 die
einzige produzierende Windmühle in
Mecklenburg-Vorpommern.
Das technische Denkmal kann nach
Voranmeldung unter Tel: 039973/70388
besichtigt werden. Die Mahlanlage ist
noch komplett erhalten.

Mühle in Altkalen
Angebot Mühlenhof Altkalen:
Mühlencafé mit kleinem Hofladen,
mit Beginn der Schulferien jeden
Mittwoch Backtag, Brot und Kuchen
aus dem Freilandofen
geöffnet: 14. Mai-14. Sept. •
Mi-So 13-17 Uhr
Mühlenhof Altkalen e.V.
Mühlenhof 5 • 17179 Altkalen
Tel.: 039973 70388 •
Fax: 039973 75774
www.windmehl.de
www.korn-und-back.de
[Letzte Änderung: 10.06.2008] |