Wo des Kaisers Haupt sich bettete ...Ab in die Sommerfrische nach Usedom, so hieß es schon vor 100 Jahren in Berlin. Die Badewanne ruft. Die Insel Usedom, mit ihrer eigenartigen Form, lockt heute Menschen aus der ganzen Welt an. Und für Berliner ist sie bei „Kaiserwetter“ immer noch erste Adresse für einen gelungenen Badeurlaub oder Wochenendausflug. Mit 1906 Sonnenstunden gehört der 42 Kilometer lange Sandstrand zu den sonnenreichsten Gegenden Deutschlands.
Azurblau, mit kleinen Wattebäuschchen-Wolken, strahlt der Himmel über den Kaiserbädern und dem Usedomer Hinterland, das besonders von Kunstliebhabern hoch geschätzt wird, wegen seiner Ruhe und Beschaulichkeit. Die Seebäder entlang der Ostseeküste präsentieren sich stolz und elitär. Die Villen übertrumpfen sich gegenseitig in Ideenreichtum und Türmchenanzahl. Die Baumeister haben Anfang des 20. Jahrhunderts hier die Bäderarchitektur zu besonderer Blüte gebracht.

Villa Kaiser Wilhelm Die Strandpromenade zwischen Heringsdorf und Ahlbeck lädt zum Bummeln im Schatten der großen Windflüchter. Kleine Nischen laden zum Verweilen oder Sie kehren gediegen in eines der Cafés ein.
Die schönste Seebrücke an der Küste, die historische Ahlbecker Seebrücke, wurde durch Loriots Film „Pappa ante Portas“ bekannt. Überhaupt gaben und geben sich hier Prominente die Klinke in die Hand. Schon Gorki, Fontane und natürlich Thomas Mann liebten die Insel mit ihren vielen Facetten.

Die Bademoden des 18. und 19. Jahrhunderts werden heute nur noch zu besonderen Veranstaltungen aus der Klamottenkiste gekramt. Heute ist der feinsandige Sandstrand unter den FKK-Liebhabern längst kein Geheimtipp mehr. Hier stöbert man gerne nach Muscheln, baut Burgen und kann sich der Fitness verschreiben. Theaterveranstaltungen im Chapeau Rouge, der Blechbüchse oder dem Banneminer Pferdetheater, Konzerte in den Kaiserbädern - der Sommer ist prall gefüllt mit Angeboten für Jung und Alt.
Usedom Baltic Fashion Award
17033 Neubrandenburg Autohaus Ladendorff
18334 Lindholz OT Eichenthal
Bunker Eichenthal
| Ich liebe Usedom zu jeder Jahreszeit. Den Herbst mag ich besonders, weil die Insel dann in ein brokatfarbenes Gewand gehüllt ist, und das Rauschen der Ostsee dann lauter und brausender wird.

Zinnowitz Uhr und Seebrücke |
Aber ich liebe es auch, wenn der Winter richtig knackig ist und sich die Eisschollen am Strand auftürmen und ich einen heißen Glühwein mit Blick auf das Meer genießen kann.
Am Frühling liebe ich das zarte Blau des Himmels, das leuchtende Gelb des blühenden Ginsters und die ersten Sonnenstrahlen, die einen schon fast verführen wollen, am Strand ein Nickerchen zu machen.
Den Duft nach Sonnencremes, nach Hundsrosen, die die Strandaufgänge säumen, das Stimmengewirr am Strand, Wellen in die man sofort tauchen möchte, das alles macht den Sommer für mich so berauschend. [GS]

Seebrückenvorplatz in Heringsdorf Lüttenort, zwischen Koserow und Zempin gelegen, ist eine besondere Kulturstätte der Insel Usedom. Der Maler Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984) lebte und arbeitete hier seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Er malte jeden Tag und kümmerte sich um seinen urwüchsig wirkenden Garten. Vor allem kleinformatige Bilder – Porträts, Stillleben, Landschaften – entstanden auf der Insel Usedom. Von Studienreisen kam er beeindruckt zurück, aber mit noch innigerer Liebe zur Sonneninsel. 1958 schreibt er nach einer Italienreise:

Otto Niemeyer-Holstein |
„Aufgefüllt mit neuen Eindrücken, bin ich nun wieder am geliebten Ostseestrand, auf unser reich bewaldetes Usedom zurückgekehrt. Und - liegt es nun an dem schnellen Wechsel der Eindrücke, an dem starken Kontrast des hellen, weißen Lichtes oder der kargen Landschaft des südöstlichen Italiens zu dem unendlich reichen, satten Grün der heimatlichen Natur, in die ich eintauche wie in ein frisches Bad - ich bin aufs neue überwältigt, schaue mich staunend um.
... Wie wohltuend ist die morgendliche und die abendliche Dämmerung mit ihrem immer neuen, immer anderen Spiel des Lichts, das ich in den südlichen Breiten vermisste. Und auch die Menschen scheinen anders zu sein als vorher.
Auch die Heimat sehe ich nun schärfer, intensiver, spezifischer. Wie herrlich ist unsere Insel Usedom. Anders als der Süden, aber nicht weniger schön.“
Lüttenort ist heute Museum. Das Grab Niemeyer-Holsteins
befindet sich auf dem Friedhof Benz auf Usedom.
[Letzte Änderung: 14.07.2008]
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