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Backsteingotik

Mecklenburg-Vorpommern ist berühmt für seine Backsteinbauten, die vom Reichtum der Hanse und dem Wohlstand der Kaufleute zeugen. Reich verzierte Giebelhäuser, Rathäuser, Kathedralen und Kirchen gehören zum kulturellen Erbe, das uns von mittelalterlichen Bauherren hinterlassen wurde. Ohne statische Berechnungen sind gigantische, mehr als 100 Meter hohe Zeitzeugen vorwiegend im 13. und 14. Jahrhundert entstanden. Das verwendete Material, Ziegelstein oder auch Backstein genannt, ist gebrannter Lehm. In den nordischen Gefilden war diese Art des Bauens sehr verbreitet, da Natursteine Mangelware waren. Die Verzierungen, die oft an den Giebeln und an den Fenstern zu finden sind, wurden durch Formsteine sehr vielfältig. Der Baustil der Gotik leitet sich von der Bezeichnung eines germanischen Stammes ab, den Goten. Die Gotik löste ab der Mitte des 12. Jahrhunderts die Romanik ab. Die Stilepoche trat, aus Frankreich kommend, ihren Siegesfeldzug in Europa an.

 

 

Rathaus in Stralsund

 

 

 

Gotische Bauten sind lichtdurchflutete Gebäude. Die neuen Kreuzrippengewölbe wirkten grazil und gaben den Bauten ihre Stabilität. Die kleinen Rundbogenfenster der romantischen Kirchen wurden von riesigen Spitzbögen abgelöst. Insgesamt wurde die Vertikale der Bauten betont. Bauten der Backsteingotik sind in fast allen Städten entlang der Peene und im Umland zu finden. Besonders hervorzuheben ist dabei Stralsunds Altstadt, die gemeinsam mit der Wismarer Altstadt im Jahr 2002 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Aber auch Greifswald liegt direkt an der Europäischen Route der Backsteingotik. Irgendwie kann man sich bei beiden Städten, Greifswald und Stralsund, des Eindruckes nicht erwähren, dass die Bauleute in einem Wettbewerb standen. Informationen zur Straße der Backsteingotik finden Sie unter www.Eurob.org.

 

[Letzte Änderung: 17.07.2008]