Start Karte Inhalt Tipps Service Impressum

 

Tonnenabschlagen

Entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns ist es in manchen Orten Tradition, den Tonnenkönig zu küren. Der Brauch des Tonnenabschlagens scheint dem Ursprung nach eine schwedische Tradition zu sein. Aber auch auf der Dänischen Insel Amager wird das Tonnenfest seit 1520 begangen. Dieses spätmittelalterliche Fest wurde damals von den Bauernknechten und Fischern begangen. Auch Ernst Moritz Arndt äußerte sich in seinem Werk „Reise durch Schweden im Jahre 1804“ über das Tonnenabschlagen. Im 19. Jahrhundert waren Pferde wertvoller geworden, und die Großbauern duldeten nicht, dass ihre Pferde zu Tode geritten wurden, denn dieses kam bei der Ausgelassenheit vor. Der Brauch blieb aber trotzdem erhalten, doch es saßen die sogenannten „Erbpächter“, die Großbauern, hoch zu Ross. Sie ritten in dunklen Beinkleidern und schneeweißen Hemden, darüber Schärpen in den deutschen oder mecklen-burgischen Farben und trugen Strohhüte auf dem Kopf, so die Beschreibung. Die Strohhüte wurden zu Beginn des 20. Jh. von den Fischermützen abgelöst. Auch wurde das Pferd kurzzeitig durch das Fahrrad ersetzt. Doch das traditionelle Tonnenabschlagen hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Besonders bekannt für diese Art des Reitvergnügens sind Wustrow und Gristow.

 

 

Eine geschmückte Tonne aus Eichenholz wird aufgehängt, die Reiter schlagen solange mit Keulen auf die Tonne ein, bis das letzte Stückchen Holz von der Befestigung geschlagen wurde. Derjenige, dem dies gelingt, wird zum Tonnenkönig ernannt. Kinder kämpfen übrigens auch um den Titel des Tonnenkönigs, allerdings reiten sie auf Steckenpferden. Anschließend wird das Tonnenfest im Dorf begangen. Heute werden zu den Tonnenfesten Tausende von Besuchern begrüßt. Alljährlich im Juni findet das Fest in Gristow statt.

 

 

 

Lageplan

 

 

17498 Gristow

 

 

 

 

[Letzte Änderung: 16.07.2008]